Adventgemeinde Bonn-Zentrum
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Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten
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KURZE CHRONIK DER ADVENTGEMEINDE BONN

Über die Ereignisse in den ersten 25 Jahren der Adventgemeinde Bonn sind, wenn man von einigen Hinweisen im "Zionswächter", dem Gemeindejournal im deutschsprachigen Raum, absieht, keine Dokumente vorhanden. Die hier berichteten Ereignisse aus dieser Zeit sind einer Chronik entnommen, die anlässlich der Einweihung des Hauses der Adventhoffnung in Bonn 1953 verlesen wurde. Diese Chronik lieferte die Grundlage für die nachstehenden Aufzeichnungen.

1905 In der Mitte des 19. Jahrhunderts bildeten sich in Deutschland, u. a. in Vohwinkel und Wuppertal, Adventgemeinden, die auf ihren bald wiederkommenden Herrn warteten. Im Jahre 1905 kam es auch zur Gründung der Gemeinde Bonn als Ergebnis von Evangelisationsveranstaltungen in einem Saal in der Doetschstraße. Die Pastoren Bruck, Wolfgarten, Adolf Müller und Thoß hielten öffentliche Vorträge. Die Glaubensfreunde, Personen, die sich für die Nachfolge Jesu entschieden, wurden von Pastor G.W. Schubert getauft. Damit war die Gemeinde Bonn gegründet. In einer Notiz im "Zionswächter" vom 17. Oktober 1905 wird u. a. erwähnt: "... auch konnten wir eine Gruppe von fünf Gemeindegliedern in Bonn gründen."

Der erste Leiter der Gemeinde war Bruder loset Braun, der sich als "Türhüter" und als "Mädchen für alles" verstand. Er berichtet selbst: "Gerne wusch ich das "Lokal" auf, machte Feuer an und hielt alles in Ordnung, damit die Gemeinde sich wohlfühlte." Durch Zeitungsinserate wurde zu öffentlichen Vorträgen eingeladen. Unter dem Segen Gottes wuchs die Gemeinde.

1906 Die erste größere Zusammenkunft in Bonn fand 1906 im Hotel Goldener Stern am Markt statt. Anwesend waren die Pastoren L.R. Conradi und G.W. Schubert.

1920 In der nun folgenden Zeit schlossen sich viele Bonner der Gemeinde an. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg war die Gemeinde auf 130 Glieder angewachsen. Der unselige Krieg kostete auch einige unserer Glaubensbrüder das Leben.

Die Pastoren G.W. Schubert, Frauchinger, Bruck, Paul Drienhaus, Sinz, Abländer, Wolfgarten, Trost, Gaffmann, Jundert, Josef Braun, Schmidt, Pfeiler, Paulus Schubert, Paul Staubert, Henning, Rischmüller, Bartling, Schwenke, Dethlefsen, Helbig, Ernst Schön, Brockmann und Albert Pioch waren die Prediger, die die Gemeinde vor dem Krieg, in der Kriegszeit und kurz nach dem Krieg betreuten.

1932 Zum Gottesdienst versammelte sich die Gemeinde zuerst in der Bonngasse, dann in der Maxstraße, der Heerstraße, in der Doetschstraße gegenüber der ehemaligen Tempelstraße, nach dem Krieg in der Georgstraße, anschließend im Maarflach (Lyzeum Klostermann, gegenüber dem heutigen Gemeindehaus), in der Martinstraße 4 (bis 1932) und in der Schumannstraße 29.

 

Bild: Konferenz in Bonn etwa im Jahre 1930

1935 In jener Zeit hatte die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten ihr Büro für die Leitung des Westdeutschen Verbandes unter Pastor Hans Fenner in der 5chumannstraße 29 eingerichtet. Dieser Umstand wirkte sich für die Gemeinde sehr segensreich aus, hatte sie doch gerade in diesen Jahren starken Zulauf und einen sehr hohen Mitgliederstand.

 

Konferenz in Bonn ca. 1935

1938 erließ die Regierung ein Versammlungsverbot auch für unsere Gemeinschaft. Es wurde jedoch aufgrund der Bemühungen unserer leitenden Brüder in Berlin bald wieder aufgehoben.

1939 Der Zweite Weltkrieg ging auch an der Gemeinde Bonn nicht spurlos vorüber. Zahlreiche Glaubensbrüder kehrten aus dem Kriege nicht zurück. Nach Kriegsende schlossen sich viele Glaubensgeschwister als Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten der Gemeinde an. Auch das Gebäude, in dem unsere Gottesdienste stattfanden, wurde ein Opfer der Bomben. 50 suchte und fang man schließlich eine Baracke im Hinterhof eines Hauses in der Kronprinzenstraße 29, eine bescheidene Unterkunft mit morschen Fußbodendielen und Kanonenofenbeheizung. Der Gemeindegesang wurde mit einem alten Harmonium begleitet. Große Not war allgegenwärtig.

1945 Nach Kriegsende gab es Care-Pakete aus den USA, die innerhalb der Gemeinde zur Linderung der größten Not verteilt werden konnten. Bei dieser Verteilaktion setzte sich besonders Pastor Brockmann ein, der weite Strecken mit dem Fahrrad zurücklegen musste, um die kostbare Lebensmittel-und Kleidungshilfe an die innerhalb des Bonner Predigtamtsbezirks weit verstreut wohnenden Gemeindeglieder zu verteilen. Dabei war er sich nicht zu schade, mit dem Fahrrad kaputte Schuhe der Glaubensgeschwister zur Reparatur zu Br. Hagen, einem Schuhmacher, nach Siegburg zu transportieren. Der Besitz eines Autos war damals für Pastoren eher eine Seltenheit. Auch die geistliche Betreuung der Gemeindeglieder lag Pastor Brockmann am Herzen. Er aktivierte die Kinder-und Jugendarbeit, förderte die Diakonie-und Wohlfahrtstätigkeit und stärkte das Zusammengehörigkeitsgefühl. Auch ein Chor wurde ins Leben gerufen, der jahrzehntelang unter Leitung von Br. Otto Werner zur Freude der Gemeinde und zum Lobe Gottes gewirkt hat.

 

Foto: Chor

1948 Die beengten und bescheidenen Versammlungsmöglichkeiten verlangten nach einer Änderung bzw. der Errichtung eines eigenen Gotteshauses. Zu Beginn der 50er Jahre wurde unter Federführung von Pastor Albert Pioch in Zusammenarbeit mit dem Vorsteher des Westdeutschen Verbandes der S.T.A., Pastor Otto Gmehling, in Bonn, Maarflach 12, ein Gotteshaus geplant und erbaut. Hierbei gingen die Gemeindeglieder aktiv und hilfreich zur Hand. Indem sie das Grundstück enttrümmerten und Handlangerdienste am Bau leisteten, erbrachten sie zur Fertigstellung des Hauses eine beachtliche Eigenleistung.

 

Foto: Albert Pioch

 

Foto: Adventhaus

 

Foto: Der Vorsteher des Westdeutschen Verbandes der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Otto Gmehling, während der Festansprache anlässlich der Einweihung des neu erbauten "Hauses der Adventhoffnung".

1953 Die Einweihung erfolgte am 13. Juni 1953 durch den Vorsteher des Westdeutschen Verbandes, Otto Gmehling, unter reger Beteiligung Bonner Bürger und zahlreicher Ehrengäste der Stadt. Auch die Presse widmete diesem Ereignis ihre Aufmerksamkeit und informierte ihre Leser über den Festakt sowie über die Adventgemeinde Bonn.

1953 Die Nutzung der neuen Räumlichkeiten brachte einen beachtlichen Aufschwung des Gemeindelebens in all seinen Abteilungen mit sich. Besonders die öffentliche Wortverkündigung bzw. Evangelisationsarbeit in Form von Vorträgen wurde aktiviert. Pastor Pioch erläuterte die biblische Prophetie aus den Büchern Daniel und der Offenbarung über die Zeitabläufe bis hin zur Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus. Diese Vorträge waren ein Glaubensbekenntnis gemäß der Inschrift an unserem Hause "Haus der Adventhoffnung" und des Schriftzuges an der Stirnwand des Versammlungsraumes "Siehe, ich komme bald". Auch andere Vorträge über die "Dreifache Engelsbotschaft" aus der Offenbarung brachten viele zum Nachdenken und zu einer Entscheidung für Christus.

 

Foto: Gerhard Freitag

1956 Den Pastoren Brockmann und Albert Pioch folgte Pastor Gerhard Freitag. Er widmete sich besonders der Kinder-und Jugendarbeit in der Bonner Gemeinde. Aus dieser Zeit ist die Liedmissionsarbeit der Kinder und Jugendlichen unvergessen, bei der Missionsschriften verteilt bzw. verschenkt wurden. Solche Unternehmungen fanden in Godesberg, auf dem Venusberg und im damals neuen Stadtteil Tannenbusch statt. Zum Abschluss seiner Tätigkeit in Bonn führte Pastor Freitag noch eine große Jugend-Taufe durch.

 

Foto: Erich Baumbach

1966 Pastor Erich Baumbach, der als langgedienter Prediger und Missionar Erfahrungen gesammelt hatte, nahm in Bonn freudig seinen Dienst auf und begann - neben der Gemeindebetreuung -zusammen mit seinen Kollegen aus den umliegenden Predigtamtsbezirken erfolgreich eine öffentliche Vortragsarbeit. Diese Vorträge fanden im Bonner Haus der Adventhoffnung unter reger Beteiligung der Öffentlichkeit statt.

 

Foto: Josef Butscher

1970 Die sieben Jahre des Wirkens von Pastor Josef Butscher in Bonn waren für die Gemeinde ebenfalls eine erfolgreiche Zeit. Seine kräftige, stets am Wort Gottes ausgerichtete Verkündigung, stärkte Gemeindeglieder und Besucher und, so setzt J. Butscher hinzu, "die Bonner waren immer kritische und aufmerksame Zuhörer". Neben seiner Predigertätigkeit beschäftigte er sich mit geistlichem Liedgut und Gedichten, die er selbst verfasste und u. a. in öffentlichen Räumen wie der Stadtbücherei Siegburg und bei Volkshochschulveranstaltungen in Siegburg und Hennef vortrug.

Pastor Butscher erinnert sich: ,,Als ich mit 35 Jahren, gerade ein Jahr nach meiner Einsegnung, den Bezirk Bonn mit den Gemeinden Bonn, Bad Honnef, Siegburg, Troisdorf und Remagen übernahm, war das eine große Herausforderung. Die wohlwollende Aufnahme und Unterstützung der Gemeindeglieder erleichterte mir die Arbeit sehr."

 

Foto: Hugo Hübscher

1978 Pastor Hugo Hübscher. Ihm verdankt die Bonner Gemeinde die Renovierung bzw. Umgestaltung des Innenraums unseres Gotteshauses. Ein neues Gestühl und eine elektronische Orgel, die er neben seinem Gemeindedienst in Nachtarbeit erstellte, verschönerten nun den Gottesdienstraum. Mit Genehmigung der Stadt Bonn konnte das Dachgeschoss unseres Gemeindehauses ausgebaut werden, weil für die Kinderarbeit zusätzliche Räumlichkeiten erforderlich waren. Sowohl für die Ausgestaltung dieser Dachgeschossräume als auch für die Durchführung einer anspruchsvollen Jugendarbeit erhielten wir durch die Stadt Bonn großzügige finanzielle Unterstützung.

Darüber hinaus hat sich Pastor Hübscher auch als einfühlsamer Seelsorger bei den Gemeindegliedern einen unvergesslichen Namen gemacht.

 

Foto: Hans Clemens

1985 Mitte 1985 wurde Pastor Hans Clemens mit der Betreuung der Gemeinde beauftragt. Leider konnte er den Dienst wegen einer schweren Erkrankung nicht antreten. Nach seiner Genesung diente er der Gemeinde in Predigt und Bibellehre.

 

Foto: Johannes Fiedler

1987 Ab 1987 nahm Pastor Johannes Fiedler den Dienst in der Bonner Gemeinde auf, in der er seelsorgerisch wertvolle Arbeit leistete. Dabei kamen ihm und der Gemeinde seine langjährigen Erfahrungen als Buchevangelist in Norddeutschland sowie auch seine Dienstzeit als Heimleiter auf dem Predigerseminar der Siebenten-Tags-Adventisten in Darmstadt sehr zugute. Unter seiner Leitung wurden auch die Rundfunksendungen des "Salzstreuerteams" der Stimme der Hoffnung ins Leben gerufen, die über den Bürgerfunk Radio Bonn-Rhein/Sieg immer noch ausgestrahlt werden.

 

Foto: Lothar Schramm

1993 Von Juli 1993 an wirkte Pastor Lothar Schramm segens- und erfolgreich in der Bonner Gemeinde. Als stets fröhlicher Christ sang er auch im Gemeindechor mit. Außerdem wurde durch seine Initiative das ganze Adventhaus renoviert: Es wurde repariert, gestrichen, geputzt und verschönert. Und es gab keine Arbeit, die er gescheut hätte und keinen Zeitaufwand, der ihm zu viel gewesen wäre. Er war allen freiwilligen Helfern bei dieser Arbeit stets ein Vorbild.

Nach dem Wegfall des Eisernen Vorhangs und dem Zusammenbruch des Kommunismus' wurde Pastor Schramm gebeten, aufgrund des Bedürfnisses der russischen Bevölkerung nach geistlicher Wegweisung ein vierwöchiges Evangelisationsseminar in der Stadt Twer, nordwestlich von Moskau, abzuhalten. Gerne nahm er sich dieser Aufgabe an und verkündete mit Hilfe eines Dolmetschers, der als Aussiedler nach Deutschland gekommen war, mit großem Erfolg das Evangelium. (Darüber wird noch an anderer Stelle in dieser Broschüre zu berichten sein.) Trotz einer einsetzenden Erkrankung diente er weiterhin hingebungsvoll in Predigt und Gemeindebetreuung.

 

Foto: Manfred Prieser

1998 Seit Juni 1998 diente Pastor Manfred Prieser der Bonner Gemeinde. Neben seinen Aufgaben als Betreuer der Gemeinde und ihrer Gottesdienste kümmert er sich auch um die Sorgen und Nöte einzelner Gemeindeglieder. Er unterstützt die Rundfunktätigkeit des Salzsteuerteams der Bonner Gemeinde, indem er Beiträge nicht nur selbst verfasst, sondern sie auch als Sprecher in den Äther schickt. Er ist ferner mit der Aus-und Weiterbildung junger Prediger befasst, und erteilt Bibelstunden auch in Hauskreisen. Unter seiner Organisation haben bereits mehrere Großevangelisationen via Satellit in unseren Versammlungsräumen stattgefunden. Gegenwärtig zählt die Gemeinde rund 200 Glieder, so dass die im Bonner "Haus der Adventhoffnung" zur Verfügung stehenden Versammlungsräume und Sitzplätze nicht mehr ausreichen. Grund hierfür ist u. a. der Zuzug zahlreicher Glaubensgeschwister aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Deshalb ergibt sich für die Gemeinde die Notwendigkeit, nach einem größeren Gotteshaus Ausschau zu halten bzw. neue Gemeinden zu gründen. Die Suche nach geeigneten Objekten mit allen dazu gehörenden Organisations-und Verwaltungsaufgaben gehört auch zu Pastor Priesers Aufgabenbereichen.

2005 Pastor Alberto Mambranca übernahm als Pastor die Leitung und geistliche Betreuung der Gemeinde. Er wurde 2006 ordiniert und 2007 in die Gemeinden Aachen, Alsdorf und Düren versetzt.

 

2006 trat Pastor Holger Sträter seinen Dienst als Bezirksältester in Bonn, Bad Honnef und Troisdorf an. Von 2008-2013 unterstützte ihn Nils Dreiling in der Jugendarbeit und in Bad Honnef. Ab 2013 übernahm sein Nachfolger René Zywietz diese Aufgaben. Holger Sträter war bis 2013 als Beziksleiter für den Großbezirk Süd-West zuständig. Er wurde nach 8 Dienstjahren an den Niederrhein nach Geldern versetzt.

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